

Warum bei einer Uhr «10 Meter wasserdicht» nicht zum Schwimmen reicht
Beim Schwimmen bewegst du dich nur an der Wasseroberfläche. Trotzdem dringt bei einer Uhr, die bis 10 Meter Tiefe dicht ist, sehr wahrscheinlich Wasser ein. Die Angabe ist etwas irreführend.
Wie stark eine Uhr gegen Wasser geschützt ist, wird manchmal in Metern angegeben: 50, 100 oder 200 Meter. Aber wer taucht schon 200 Meter tief? Braucht das überhaupt jemand?
Die simple Antwort: ja. Willst du mit deiner Uhr schwimmen gehen, sind 100 Meter das Minimum, damit sicher kein Wasser eindringt. So wie bei dieser Uhr.

Wasserdruck ohne Bewegung
Warum ist das so? Die Angabe in Metern bezeichnet einen bestimmten Wasserdruck. Eine Uhr, die 10 Meter wasserdicht ist, hält den dort herrschenden Druck von ungefähr einem Bar aus. Bei 100 Metern sind es ungefähr zehn Bar. Viele Uhren haben dementsprechend Angaben in Bar statt in Metern.
In beiden Fällen gilt jedoch: Die Uhr hält den angegebenen Wasserdruck nur aus, wenn sie komplett still gehalten wird. Durch Bewegungen im Wasser entsteht ein zusätzlicher Druck, der den statischen Druck um ein Vielfaches übersteigen kann. Beim Schwimmen etwa werden die Arme ständig bewegt, oft gegen einen hohen Widerstand.
Wie viele Meter braucht es?
Und was bedeutet das nun in der Praxis? Wie hoch der tatsächliche Druck beim Schwimmen, Schnorcheln oder Turmspringen ist, lässt sich nicht genau vorhersagen. Casio empfiehlt folgendes:
- Tauchen (ohne Ausrüstung): 20 Bar oder 200 Meter.
- Schwimmen, Schnorcheln an der Oberfläche: 10 Bar oder 100 Meter.
- Baden, Waschen, Duschen: 5 Bar oder 50 Meter.
- Regen, Wasserspritzer: Water Resist ohne weitere Angabe.
Zu spät? Nicht unbedingt
Falls diese Info für dich zu spät kommt, hier noch eine gute Nachricht: Oft geht die Uhr nicht dauerhaft kaputt, wenn Wasser eindringt. Also einfach geduldig trocknen lassen. Meine Casio F-91W, die nur gegen Spritzwasser geschützt ist, hat mehrmaliges Surfen im Salzwasser überlebt. Allerdings lief sie etwa zwei Wochen lang gar nicht oder nicht richtig. Ich hätte sie deswegen beinahe entsorgt. Heute funktioniert sie wieder absolut einwandfrei.

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Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.