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Forschung: Mikro-Herzschrittmacher für Neugeborene

David Lee
4.4.2025

Ein Forscherteam der Northwestern University in Illinois hat einen Herzschrittmacher entwickelt, der kleiner ist als ein Reiskorn. Er lässt sich ohne Operation einsetzen und löst sich nach getaner Arbeit auf.

Eine Forschergruppe der amerikanischen Northwestern University hat den vermutlich kleinsten Herzschrittmacher der Welt entwickelt. Er ist so klein, dass er sich mit einer Spritze injizieren lässt. Nach einiger Zeit löst er sich im Körper auf. Dadurch ist weder zum Einsetzen noch zum Entfernen des Herzschrittmachers eine Operation notwendig.

Das Gerät wird von aussen mit einem zweiten Gerät gesteuert, das auf die Brust gelegt wird. Dieses reagiert auf unregelmässige Herzschläge und aktiviert den Herzschrittmacher mit einem Lichtimpuls.

Viele Patienten benötigen einen Herzschrittmacher nur vorübergehend. Dies sei insbesondere bei Kindern mit einem angeborenen Herzfehler der Fall, sagt Igor Efimov, der an der Studie beteiligt war. Etwa sieben Tage nach der Operation würde das Herz in der Regel selbstständig funktionieren.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass die operative Entfernung eines Herzschrittmachers nicht ganz ungefährlich sei. Bildet sich Narbengewebe um die Drähte, kann dies bei der Entfernung zu Verletzungen führen. Als prominentes Beispiel wird Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, genannt. Er sei 2012 an den Folgen einer solchen Entfernung gestorben.

Schon 2021 hat ein Forscherteam der Universität einen temporären Herzschrittmacher vorgestellt, der sich auflöst. Dieser ist allerdings wesentlich grösser.

In beiden Fällen handelt es sich erst um Forschungsprojekte. Die Herzschrittmacher werden derzeit noch nicht an Menschen getestet.

Titelbild: Northwestern University

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