Ratgeber

Samsung Odyssey G81SF vs. Asus ROG Swift PG27UCDM

Ein Monitor-Trend für 2025 sind OLEDs mit hoher Pixeldichte: 4K-Auflösung auf 27 Zoll. Sie eignen sich gut für Gaming, wenn du keine grösseren Diagonalen magst.

OLED-Monitore mit hoher Pixeldichte sind 2025 im Trend. Nachdem es letztes Jahr eine Flut von 32 Zoll grossen Geräten mit 4K-Auflösung gab, findet die gleiche Auflösung dieses Jahr den Weg in 27 Zoll. Das ergibt 166 Pixel pro Zoll (ppi). Davon abgesehen haben die kleinen QD-OLED-Panels von Samsung die gleichen Eckdaten wie ihre grossen Geschwister:

  • Format: 26,5 Zoll, 16:9
  • Auflösung: 3840 × 2160 Pixel, 166 ppi Pixeldichte
  • Helligkeit: 250 Nits (SDR), 1000 Nits Spitze (HDR)
  • Bildfrequenz: 240 Hertz
  • Reaktionszeit: 0,03 ms Grau zu Grau
  • Farbraumabdeckung: 100 % sRGB, 99 % DCI-P3

Zwei Vertreter der neuen Monitorklasse sind der Samsung Odyssey G81SF und der Asus ROG Swift PG27UCDM. Ich teste, was sie für Vor- und Nachteile gegenüber anderen Monitoren haben – und wie sie sich im direkten Vergleich schlagen.

Preis: steiler Einstieg, rascher Zerfall

Samsung G81SF ⭐️⭐️

Zum Publikationsdatum dieses Artikels kostet der G81SF 1199 Franken. Das ist viel – zumal selbst einige 32-Zoll-OLEDs mittlerweile günstiger zu haben sind. Normalerweise fällt der Preis bei Samsung rasch. Du kannst damit rechnen, dass der G81SF in einem halben Jahr rund 1000 Franken kosten wird, in einem Jahr wahrscheinlich noch 800.

Samsung Odyssey OLED G8 - G81SF (3840 x 2160 Pixel, 27")
Monitor

Samsung Odyssey OLED G8 - G81SF

3840 x 2160 Pixel, 27"

Mich nervt diese Preispolitik bei Monitoren grundsätzlich. Sie bestraft Early Adopters zu stark. Es kann mir niemand erzählen, dass sich innerhalb eines Jahres die Produktionskosten halbieren. Ich käme mir als Kunde veräppelt vor, wenn mein Gerät innert kürzester Zeit so viel weniger kostet. Ein tieferer Startpreis und dafür weniger Preiszerfall wäre fairer.

Asus PG27UCDM ⭐️⭐️⭐️

Das Modell von Asus kostete bei seiner Markteinführung 100 Franken mehr, Stand heute aber rund 80 Franken weniger als das von Samsung. Dies, obwohl der PG27UCDM hochwertiger verarbeitet wirkt und mehr Features hat. Absolut betrachtet ist ein vierstelliger Betrag für einen 27-Zoll-Monitor trotzdem viel.

ASUS ROG Swift OLED PG27UCDM (3840 x 2160 Pixel, 26.50")
Monitor
Energielabel F
EUR1491,90

ASUS ROG Swift OLED PG27UCDM

3840 x 2160 Pixel, 26.50"

Design und Ausstattung: Asus bietet mehr

Samsung G81SF ⭐️⭐️⭐️

Sein Design erbt der G81SF von Samsungs anderen OLED-Modellen. Farblich dominiert Silber, die Standplatte ist aus echtem Metall, das Gehäuse aus Kunststoff. Dank der dünnen Bildschirmränder wirkt der Monitor elegant und schlicht. Die Verarbeitung und die Materialien könnten besser sein – besonders zu diesem Preis. Bei dieser Bildschirmgrösse führt das aber nicht zu einem instabilen Stand. Der Monitor ist dreh-, neig- und höhenverstellbar.

Sein klassisches Odyssey-OLED-Design übernimmt Samsung auch beim G81SF.
Sein klassisches Odyssey-OLED-Design übernimmt Samsung auch beim G81SF.

Bei den Anschlüssen gibt es Standardkost: zweimal HDMI 2.1, einmal DisplayPort 1.4 und zweimal USB-A (Version 3.2 Gen1) für Peripherie. Für die meisten Gaming-Setups reicht das. Es passt jedoch nicht zu Samsungs Premium-Anspruch, dass der G81SF fürs Bildsignal weder USB-C noch DisplayPort 2.1 bietet. So bist du weiterhin auf Display Stream Compression (DSC) angewiesen, um 4K bei 240 Hertz zu übertragen.

Asus PG27UCDM ⭐️⭐️⭐️⭐️

Der PG27UCDM fühlt sich etwas stabiler und besser verarbeitet an als die Konkurrenz von Samsung. Auch er ist dreh-, neig- und höhenverstellbar. Auf Wunsch projiziert der Asus-Monitor ein Logo auf den Tisch. Das und alle anderen Leuchteffekte lassen sich aber zum Glück deaktivieren.

Der Asus PG27UCDM fühlt sich etwas hochwertiger an, das Design muss man aber mögen.
Der Asus PG27UCDM fühlt sich etwas hochwertiger an, das Design muss man aber mögen.

Als einer der ersten Monitore kommt der PG27UCDM mit einem DisplayPort 2.1 mit UHBR 20 (80 Gbps). Hast du eine Grafikkarte der neuen Nvidia-50-Serie, kannst du 4K 240 Hertz unkomprimiert übertragen. AMDs 9000-Serie bietet hingegen nur UHBR13.5. Damit brauchst du weiterhin DSC. Abseits des DisplayPorts stehen beim PG27UCDM zweimal HDMI 2.1 und einmal USB-C zur Verfügung. Für Peripherie gibt es dreimal USB-A.

Bildqualität: Asus lässt mehr Helligkeit zu

Samsung G81SF ⭐️⭐️⭐️⭐️

Beide Monitore haben das gleiche QD-OLED-Panel von Samsung verbaut. Sein Hauptargument ist die Pixeldichte von 166 ppi, die es bisher bei OLED-Bildschirmen nicht gab. Sie sorgt für eine relativ hohe Bildschärfe. Auch die klassischen OLED-Farbsäume sind hier kein Problem mehr. Einerseits wegen der kleinen Einzelpixel, andererseits wegen des modernen Subpixelmusters.

OLED mit 166 ppi (links) vs. 140 ppi (Mitte) vs. 108 ppi (rechts).
OLED mit 166 ppi (links) vs. 140 ppi (Mitte) vs. 108 ppi (rechts).

Typisch für QD-OLED sind die perfekten Schwarzwerte, die hohe Farbraumabdeckung und die extrem schnelle Reaktionszeit. Auch Games mit schnellen Bewegungen sehen auf dem Samsung G81SF bei 240 Hertz scharf und flüssig aus. Die Farbtreue ist im DCI-P3-Farbraum ebenfalls gut (durchschnittliches DeltaE von 1,5). Ab Werk brennen helle Grautöne allerdings ein wenig aus und der Monitor hat einen leichten Grünstich.

Greyscale-Messung in den Standard-Einstellungen: 30 Helligkeit, 50 Kontrast, nativer Farbraum.
Greyscale-Messung in den Standard-Einstellungen: 30 Helligkeit, 50 Kontrast, nativer Farbraum.

Die maximale Helligkeit liegt bei rund 260 Nits. Im SDR-Modus spielt der Weissanteil des Gesamtbildes (Average Picture Level APL) dabei keine Rolle. Das ist der erste grosse Unterschied zum Asus-Monitor. Bei diesem kann ich entweder «Uniform Brightness» aktivieren, mit dem sich der PG27UCDM genau wie der Samsung G81SF verhält. Deaktiviere ich die Option, lässt Asus jedoch eine höhere Helligkeit zu, wenn das APL sinkt. Ab 10 Prozent APL liegen bis zu 471 Nits drin. Zockst du in einem hellen Raum, ist das ein wichtiger Vorteil.

Im HDR-Modus vergrössert sich der Rückstand des Samsung G81SF. Ich messe eine maximale Helligkeit von nur 456 Nits, während es bei Asus über 1000 Nits sind. Ab 10 Prozent APL sind beide Monitore etwa gleich hell. Die HDR-Kontrastkurve des G81SG ist immerhin sehr gut kalibriert. Das Gleiche kann man von den Farben nicht behaupten. Dort gibt es Genauigkeits-Ausreisser mit einem maximalen DeltaE von 14,1.

Asus PG27UCDM ⭐️⭐️⭐️⭐️

Mein Exemplar des Asus PG27UCDM bietet ab Werk eine bessere Kalibrierung. Gammakurve, Weissabgleich und Farbgenauigkeit weichen im SDR-Modus alle etwas weniger stark von den Sollwerten ab als beim Samsung G81SF. Bei HDR-Inhalten sind die Farben ebenfalls genauer, die Tonwerte in dunklen Bereichen jedoch etwas zu hell. Dafür liefert Asus wie oben erwähnt eine höhere Spitzenhelligkeit.

Greyscale-Messung in den Standard-Einstellungen: 25 Helligkeit, 50 Kontrast, nativer Farbraum.
Greyscale-Messung in den Standard-Einstellungen: 25 Helligkeit, 50 Kontrast, nativer Farbraum.

Bei beiden Monitoren leidet der Schwarzwert unter hellem Umgebungslicht – ein generelles Problem von QD-OLED-Panels und der einzige Grund, warum der Asus in dieser Kategorie nicht die vollen Fünf Sterne erreicht. Gäbe es halbe Sterne, wären es 4,5.

Bei Lichteinfall wird Schwarz bei QD-OLED (rechts) zu einem dunklen Lila. Der Schwarzwert von WOLED (links) ist weniger anfällig auf Umgebungslicht.
Bei Lichteinfall wird Schwarz bei QD-OLED (rechts) zu einem dunklen Lila. Der Schwarzwert von WOLED (links) ist weniger anfällig auf Umgebungslicht.

Keinen Einfluss auf die Wertung hat die Bildschirmbeschichtung. Diese ist bei Asus semi-glossy, bei Samsung matt. Beides hat Vor- und Nachteile. Befindet sich hinter dir ein unruhiger Hintergrund und spielst ein dunkles Game, kann ein matter Bildschirm irritierende Spiegelungen reduzieren. Der Preis dafür: Direkte Lichtquellen verursachen diffusere, dafür grössere Reflexionen. Und das Bild wirkt generell etwas weniger kontrastreich und scharf.

Der matte Samsung G81SF (links) zerstreut Reflexionen stärker als der semi-glossy Asus PG27UCDM (rechts). Dafür betreffen die diffusen Spiegelungen einen grösseren Teil des Bildes.
Der matte Samsung G81SF (links) zerstreut Reflexionen stärker als der semi-glossy Asus PG27UCDM (rechts). Dafür betreffen die diffusen Spiegelungen einen grösseren Teil des Bildes.

Bedienung und Features:

Samsung G81SF ⭐️⭐️⭐️⭐️

Zum Glück verzichtet Samsung beim G81SF auf sein Smart-TV-Betriebssystem Tizen und eine Fernbedienung. Stattdessen bediene ich den Monitor über einen Joystick auf der Rückseite. Die Menüs sind übersichtlich, über die Richtungstasten des Joysticks komme ich auch direkt zur Input-Auswahl und den Bildeinstellungen. Genau so mag ich das.

Samsung reagiert auf das negative Kundenfeedback: Viele der neuesten Monitore der Südkoreaner haben kein Tizen OS mehr. Darunter auch der G81SF.
Samsung reagiert auf das negative Kundenfeedback: Viele der neuesten Monitore der Südkoreaner haben kein Tizen OS mehr. Darunter auch der G81SF.

Etwas spärlich finde ich die OLED-Care-Optionen. Logos werden automatisch erkennt und gedimmt, ein Pixel-Cleaner kann temporäre Geisterbilder beseitigen. Ausserdem reduziert der Monitor gemäss Hersteller die Helligkeit, wenn das Panel zu warm wird. Das ist währned meines Tests nie passiert. Ein präventives automatisches Dimming bei Inaktivität oder einen Pixel Shift gibt es nicht. Beides wäre wünschenswert bei einem Monitor, der sich durchaus auch für Office-Anwendungen eignet. Immerhin scheinen moderne QD-OLED-Panels generell ziemlich resistent gegen Burn-in zu sein. Das zeigen etwa Stresstests von «rtings.com».

Asus PG27UCDM ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Bedienung des Asus PG27UCDM funktioniert ebenfalls über einen Joystick. Ich finde die Menüs noch etwas logischer aufgebaut und klarer beschriftet als bei Samsung. Die Farbtemperatur wird zum Beispiel klar in Kelvin angegeben, während ich beim G81SF raten muss, was denn nun «warm 1» und «warm 2» bedeuten könnte.

Die «Uniform Brightness»-Option ist ein wichtiger Vorteil aller Asus-OLEDs. Deaktivierst du sie, steigt in den meisten Situationen die maximale Helligkeit. Das ist nützlich in hellen Räumen.
Die «Uniform Brightness»-Option ist ein wichtiger Vorteil aller Asus-OLEDs. Deaktivierst du sie, steigt in den meisten Situationen die maximale Helligkeit. Das ist nützlich in hellen Räumen.

Asus bietet ausserdem mehr Features. So soll etwa «OLED Anti Flicker» das VRR-Flimmern reduzieren. Da ich persönlich OLED Flicker kaum wahrnehme, kann ich nicht beurteilen, wie gut das funktioniert. Andere Tester bescheinigen, dass die Funktion gegen das Flimmern hilft, aber zu mehr Rucklern führen kann. Denn sie limitiert die tiefste variable Bildfrequenz (VRR) von 40 Hertz auf 160 Hertz (auf «Medium») oder 200 Hertz (auf «High»).

Auch im Bereich der Burn-in-Prävention geht Asus die Extrameile. Im PG27UCDM stecken alle Tricks, die das Arsenal hergibt: automatisches Logo-Dimming, Pixel Shift, automatischer Pixel Cleaner und automatisches Dimming bei Inaktivität. Letzteres lässt sich sogar an einen Näherungssensor knüpfen. So kannst du etwa einstellen, dass das Bild schwarz wird, wenn du nicht vor dem Monitor sitzt. Dabei kannst du sowohl die Distanz als auch die Verzögerung wählen. Das finde ich ein sehr sinnvolles Feature, zumal es auch Energie spart.

Der «Neo Proximity Sensor» schaltet das Bild aus, wenn niemand vor dem Screen sitzt.
Der «Neo Proximity Sensor» schaltet das Bild aus, wenn niemand vor dem Screen sitzt.

Fazit: beide gut, Asus siegt nach Punkten

Sowohl der Samsung G81SF als auch der Asus PG27UCDM sind sehr gute Gaming-Monitore. Sie bieten gewohnt tolle OLED-Bildqualität und eine geringe Bewegungsunschärfe. Bisher einzigartig ist das in Kombination mit einer Pixeldichte von 166 ppi. Damit sehen nicht nur Spiele sehr scharf aus, sondern auch Text und andere Office-Anwendungen.

Aus dem Duell zwischen den zwei getesteten Modellen geht Asus als klarer Sieger hervor. Der PG27UCDM ist weniger teuer, besser kalibriert und in der Praxis heller. Ausserdem hat er die bessere Auswahl an Anschlüssen und mehr nützliche Features. Nur falls du unbedingt eine matte Beschichtung möchtest, gibt es einen Kaufgrund für den Samsung G81SF.

Absolut betrachtet sind beide Bildschirme ziemlich teuer für ihre Grösse. Das hängt damit zusammen, dass sie noch neu sind. Wenn du nicht spezifisch eine 27-Zoll-Diagonale bevorzugst oder die etwas höhere Bildschärfe willst, würde ich für das gleiche Geld ein grösseres Modell kaufen. Zum Beispiel den Asus PG32UCDP (WOLED) oder den Asus PG32UCDM (QD-OLED).

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