
Streaming-Highlights: Das darfst du diesen Oktober nicht verpassen
Neuer Monat, neue Streaming-Tipps. Ob Netflix, Disney+, Apple TV+ oder Prime Video: Hier erfährst du, was diesen Oktober auf den Streaming-Diensten läuft.
Heute mal was Anspruchsvolles: Was sagen Engländerinnen, wenn ihre Kühe weg sind? Oxford. Grossartig. Weiter geht’s mit den besten Serien und Filmen, die diesen Monat auf Netflix und Co. erscheinen.
The Walking Dead – die finalen Episoden
Das Ende einer Ära, die in der ganzen Unterhaltungsindustrie einen wohl nie dagewesenen Zombie-Boom ausgelöst hat. Schliesslich sahen TV-Zombies nie zuvor so furchterregend aus oder stellten eine so schreckliche und sich real anfühlende Gefahr dar – ich meine… das Bicycle Girl, mein Gott. Dazu eine fesselnde, clevere Story, mit interessanten Hauptcharakteren und moralischen Dilemmas. Zumindest fünf Staffeln lang, als der Hype mit über 17 Millionen Zuschauenden pro Episode seinen Höhepunkt fand.
Dann begann der Zerfall. Geliebte Charaktere wurden getötet, neue waren bestenfalls halb so interessant. Das Storytelling wurde stumpfsinnig und dumm. Aber vor allem verloren die titelgebenden Zombies – die Walker – ihren Schrecken. Wurden zu plumpen Statisten in ihrer eigenen Serie. «The Walking Dead» verlor seinen Drive. Sein Publikum. Nur noch 3 Millionen Menschen schalteten bei der zehnten Staffel im Schnitt pro Episode ein. Zeit, das Kapitel nach beinahe zwölf Jahren (hoffentlich) würdevoll abzuschliessen – mit den letzten acht Episoden der finalen, elften Staffel.
Start: 3. Oktober
Wo: Disney+ (Star)
Werewolf by Night
Schon in meinem Artikel zur D23 Fanexpo schrieb ich: «Ein Trailer, den ich wegen seiner Andersartigkeit feiere.» Visuell erinnert das knapp 50-minütige TV-Special «Werewolf by Night» nämlich stark an die 1950er Schwarzweiss-Horror-Filme aus dem Hause Hammer Film Productions. Das passt zu den gleichnamigen Marvel-Comics: Im Zentrum steht Jack Russell, ein rumänischer Nachkomme einer Familie, die einst von Graf Dracula selbst mit einem Fluch belegt wurde. Seitdem verwandeln sich alle Familienmitglieder an ihrem achtzehnten Geburtstag in wilde Bestien. Russell gelingt es zwar, seine blutrünstigen Triebe zu kontrollieren. Im Laufe der Zeit hilft er sogar anderen Marvel-Heldinnen immer wieder im Kampf gegen Monster, unter anderem auch Moon Knight. Doch an erster Stelle versucht er immer noch, den Familienfluch zu brechen.
Der Kurzfilm erscheint wie alles Marvel-Material auf Disney+. Umso überraschender, dass der Trailer angenehm gruselig und sogar blutig wirkt. Ausserdem führt Michael Giacchino Regie, eigentlich Filmkomponist, unter anderem für «Doctor Strange», die «Spider-Man: Homecoming»-Trilogie und «Rogue One: A Star Wars Story». Eine interessante Wahl.
Start: 7. Oktober
Wo: Disney+
Conversations with a Killer: The Jeffrey Dahmer Tapes
Es ist die erst vor wenigen Tagen auf Netflix erschienene Serie, die mich auf diese Doku gebracht hat: «DAHMER». Im Mittelpunkt steht die entsetzliche und grauenerregende Geschichte des Jeffrey Dahmer (Evan Peters), der zwischen 1978 und 1991 in Milwaukee, Wisconsin, siebzehn schwarze, homosexuelle Menschen auf grausame Weise tötete. Fast immer ging er nach dem gleichen Schema vor: Zunächst lockte er die Opfer in seine Wohnung. Dann betäubte er sie. Missbrauchte sie. Erwürgte sie. Schliesslich zerstückelte er die Leichen. Fotografierte seine Trophäen. Schädel. Finger. Andere Körperteile. Manche davon ass er.
Familien, Bekannte und Nachbarn der Opfer versuchten jahrelang, Dahmer zu stoppen. Sie schlugen Alarm. Flehten die Behörden an, etwas zu unternehmen. Aber systemischer Rassismus und das institutionelle Versagen der Polizei liessen ihn seine Mordserie über ein Jahrzehnt lang unbemerkt fortsetzen. Grässlich. Unfassbar. Selten spürte ich so viel Wut beim Schauen einer Serie – und ich bin erst in der Hälfte. Versteht sich, dass ich die Doku, in der echte Tonaufnahmen aus Gesprächen mit Dahmer nach seiner Verhaftung zu hören sind, anschauen werde.
Start: 7. Oktober
Wo: Netflix
The Resort
Nichts ist, wie es scheint. Die Prämisse von «The Resort» ist weder neu noch innovativ. Und trotzdem zieht sie. Denn Emma (Cristin Milioti) und Noah (William Jackson Harper) wollen nichts anderes, als ihrer zehnjährigen, festgefahrenen Ehe neuen Schwung verleihen. Dafür soll’s in ein wunderschönes Resort nach Mexiko gehen. Als Emma bei einem Trip im Dschungel ein uraltes Handy findet, bringt sie das auf die Fährte eines ungelösten, 15 Jahre altes Rätsels. Genau mein Ding, diese Serie.
Start: 7. Oktober
Wo: Sky Show mit Entertainment-Pass
Shantaram
Für mich ist es die Hintergrundgeschichte, die an «Shantaram» am meisten fasziniert. Die Serie basiert nämlich auf dem gleichnamigen Bestseller-Roman von Gregory David Roberts, und der Roman wiederum auf Roberts eigener Lebensgeschichte. Die hat es in sich: Der Australier Roberts war einst ein wegen Raubüberfällen verurteilter 19-jähriger Sträfling. 1980 gelang ihm die Flucht aus dem Pentridge-Gefängnis in Victoria, Neuseeland, am helllichten Tag. Das machte ihn zum meistgesuchten Mann des Kontinents.
Roberts musste in Bewegung bleiben. Unter falschem Namen verschlug es ihn nach Bombay, das erst ab 1995 Mumbai heissen würde. Bombay sollte aber nur ein Zwischenstopp sein. Als Teil des Commonwealths stand er schliesslich auch dort auf der Fahndungsliste. Dann wurde Roberts aber ausgeraubt. Ohne Geld und ohne gefälschten Pass konnte er unmöglich ausreisen. Roberts hatte keine Wahl: Ihm blieben nur die Slums, wo er sich vor den Behörden verstecken konnte. Und so wurde aus dem vermeintlichen Zwischenstopp eine Lebensschule: Inmitten von Armut und Leid lernte er nicht nur Kultur, Menschen und Bräuche kennen, sondern auch, wie Konflikte in dieser dicht gedrängten Gemeinschaft gelöst werden – bis er eines Tages selbst fliessend Marathi sprach, die lokale Sprache, und eine kostenlose Krankenstation gründete, um seinen Beitrag zu leisten. Und all das ist erst der Anfang der Geschichte…
Start: 14. Oktober
Wo: Apple TV+
Guillermo del Toro’s Cabinet of Curiosities
Eine Anthologie. Was ist das eigentlich? In der Literatur eine Sammlung ausgewählter Texte oder Textauszüge, im weiteren Sinne sogar eine themenbezogene Zusammenstellung aus literarischen, musikalischen oder grafischen Werken, publiziert und verantwortet von einem einzigen Herausgeber. In diesem Fall vom Meister des schönen und gleichsam furchtsamen Horrors: Guillermo del Toro. Sein «Cabinet of Curiosities» besteht aus acht von ihm ersinnten Kurzgeschichten, alle mit einer eigenen, abgeschlossenen Handlung. Erzählt werden sie von einigen der angesehensten Horrorfilmer unserer Zeit – darunter die Regisseure von «The Babadook», «Splice», «Mandy» und «Hannibal». Freunde des Horrors: Das ist eure Serie.
Start: 25. Oktober
Wo: Netflix
Star Wars: Tales of the Jedi
Von einer Anthologie zur nächsten. Aber nicht mit acht, sondern sechs Kurzgeschichten. Und auch nicht mit Horror, sondern mit «Star Wars» im Mittelpunkt – da bin ich Fanboy nicht weit. Geschrieben wurden die Kurzgeschichten von «Clone Wars»-Schöpfer Dave Filoni, der sich in «Tales of the Jedi» den Vorgeschichten zweier Jedis annimmt: Count Dooku und Ahsoka Tano. Gerade was Dooku betrifft, bin ich gespannt. Schliesslich sahen wir ihn bisher nur als Sith Lord. Dabei war Dooku einst ein hoch angesehenes Mitglied des Jedi-Ordens, Schüler Yodas und selbst Lehrer von niemand geringerem als Qui-Gon Jinn.
Das Format hat Potenzial. In künftigen Staffeln könnte Filoni auch Kurzgeschichten aus ganz anderen Epochen erzählen. Etwa aus der «Old Republic»-Epoche, mit Darth Revan im Mittelpunkt. Oder aus der seit wenigen Jahren mehrheitlich in Romanen erzählten «High Republic»-Ära. Dafür wäre ich sowas von an Bord. Bis es soweit ist, gucke ich mir weiter «Andor» an. Und einfach, damit’s nochmals gesagt ist: «Andor» ist fantastisch, das beste «Star Wars» seit «The Mandalorian». Guck’s dir an, falls du’s noch nicht hast.
Start: 26. Oktober
Wo: Disney+
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Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»